Warum Muskelaufbau für Tennisspieler wichtig ist.
Aktualisiert: 14. Sept.

Tennis ist weit mehr als Technik und Ausdauer. Jeder Aufschlag, jeder Sprint zum Ball und jeder Richtungswechsel stellt hohe Anforderungen an die Muskulatur.
Wer regelmäßig Tennis spielt, trainiert seinen Körper zwar automatisch mit – gezieltes Krafttraining kann das Spiel jedoch auf eine ganz andere Ebene bringen.
Mehr Kraft bedeutet nicht automatisch mehr Muskeln.
Beim Tennis geht es nicht darum, möglichst viel Muskelmasse aufzubauen. Entscheidend ist vielmehr, Kraft gezielt und schnell einsetzen zu können.
Ein Tennisspieler benötigt eine Kombination aus Kraft, Explosivität, Stabilität und Beweglichkeit.
Besonders wichtig sind dabei:
- Beine und Gesäß für Antritt, Sprünge und schnelle Richtungswechsel
- Rumpf und Bauchmuskulatur für Stabilität und die Übertragung der Kraft
- Schulter und Rücken für Aufschlag und Schläge
- Unterarme und Hände für Schlägerkontrolle und Griffstabilität
Kraft beginnt am Boden
Viele Schläge entstehen nicht allein aus dem Arm.
Beim Aufschlag und bei vielen Grundschlägen beginnt die Bewegung mit den Beinen. Die dabei erzeugte Kraft wird über Hüfte und Rumpf weitergeleitet und schließlich über Schulter, Arm und Schläger auf den Ball übertragen.
Man kann sich den Körper deshalb wie eine Kette vorstellen:
Beine → Hüfte → Rumpf → Schulter → Arm → Schläger → Ball
Ist ein Teil dieser Kette instabil oder zu schwach, kann weniger Energie effizient übertragen werden. Explosivität statt nur Muskelmasse.
Ein guter Tennisspieler muss Kraft nicht nur besitzen – er muss sie im richtigen Moment abrufen können.
Genau deshalb sind Übungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Zug- und Druckbewegungen, Rotationsübungen oder explosive Bewegungen für Tennisspieler interessant.
Das Ziel ist nicht der größte Bizeps auf dem Platz. Das Ziel ist, schneller zum Ball zu kommen, stabiler zu schlagen und die eigene Kraft effizient einzusetzen. Kraft kann auch die Belastbarkeit verbessern.
Tennis besteht aus tausenden wiederkehrenden Bewegungen: Stoppen, Beschleunigen, Drehen, Springen und Schlagen. Eine gut trainierte Muskulatur kann dabei helfen, Gelenke und passive Strukturen besser zu stabilisieren und Belastungen kontrollierter aufzunehmen.
Besonders Rumpf, Beine, Schultergürtel und Unterarm profitieren von einem ausgewogenen Krafttraining.
Wichtig ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz. Nur den Arm zu trainieren, weil man mit dem Arm schlägt, wäre beim Tennis ungefähr so sinnvoll, wie einen Tennisschläger nur am Griff zu verbessern und den Rest zu ignorieren.
Und wie viel Krafttraining braucht ein Tennisspieler?
Dafür gibt es keine universelle Zahl. Bereits zwei gezielte Krafttrainingseinheiten pro Woche können eine sinnvolle Ergänzung zum Tennistraining sein.
Dabei sollte die Qualität der Übungen wichtiger sein als das Gewicht.
Eine gute Kombination aus Kraft, explosiven Bewegungen, Rumpfstabilität und ausreichender Beweglichkeit bildet eine solide körperliche Grundlage für das Tennis.
Wer sein Tennisspiel verbessern möchte, sollte deshalb nicht nur an Technik und Material denken.
Ein stärkerer Körper kann mehr leisten. Ein stabilerer Körper kann Bewegungen besser kontrollieren. Und ein gut trainierter Körper kann Kraft effizienter auf den Ball übertragen.
Muskelaufbau ist deshalb nicht nur eine Frage der Optik. Für Tennisspieler bedeutet gutes Krafttraining vor allem eines: mehr Möglichkeiten auf dem Platz !
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