Wie oft sollte ich meinen Tennisschläger neu besaiten ?
Viele Tennisspieler wechseln ihre Saite erst dann, wenn sie reißt. Dabei ist eine Saite zu diesem Zeitpunkt häufig schon lange nicht mehr in dem Zustand, in dem sie ursprünglich gespielt wurde.
Mit der Zeit verliert jede Saite Spannung und verändert ihre Spieleigenschaften. Sie kann weniger dynamisch reagieren, sich härter oder unkontrollierter anfühlen und ihre ursprünglichen Eigenschaften bei Spin, Kontrolle und Ballgefühl verlieren.
Wie oft sollte man neu besaiten?
Eine häufig verwendete Faustregel lautet: So oft pro Jahr, wie du ungefähr pro Woche Tennis spielst.
Wer also durchschnittlich zweimal pro Woche spielt, kann als Ausgangspunkt etwa zwei Neubespannungen pro Jahr betrachten.
Das ist allerdings nur eine Orientierung. Je nach Saite, Spielweise, Spielhäufigkeit und persönlichem Anspruch kann ein deutlich häufigeres Besaiten sinnvoll sein.
Wer beispielsweise sehr intensiv trainiert, mit viel Spin spielt oder eine stark beanspruchte Polyestersaite verwendet, kann bereits deutlich früher einen Unterschied bemerken.
Aber warum verliert eine Saite eigentlich ihre Leistung?
Bei jedem Schlag wird die Saite stark belastet. Sie wird gedehnt, bewegt sich und kehrt anschließend wieder in ihre Ausgangsposition zurück.
Mit zunehmender Spielzeit verändert sich dieses Verhalten. Die Saite verliert Spannung und ihre ursprüngliche Elastizität und Reaktionsfähigkeit nehmen ab.
Bei einer Polyestersaite kann dieser Prozess besonders relevant sein. Eine Saite muss deshalb nicht erst reißen, um „verbraucht“ zu sein.
Und woran erkenne ich eine verbrauchte Saite?
Es gibt einige typische Anzeichen:
- Der Ball fühlt sich plötzlich anders an als gewohnt.
- Die Saite wirkt weniger lebendig und reagiert träger.
- Spin lässt sich schwieriger erzeugen.
- Die Kontrolle nimmt ab oder fühlt sich unberechenbarer an.
- Die Saiten bewegen sich nach dem Schlag anders und bleiben häufiger in ihrer verschobenen Position.
- Der Schläger fühlt sich trotz gleicher Besaitung deutlich anders an.
Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei das Spielgefühl. Wenn sich dein Schläger plötzlich nicht mehr so spielt wie gewohnt, obwohl sich an deinem Spiel nichts verändert hat, kann die Saite der Grund sein.
Muss ich wirklich warten, bis die Saite reißt?
Nein.
Das Reißen ist zwar das offensichtlichste Zeichen dafür, dass eine Saite nicht mehr gespielt werden kann. Es bedeutet aber nicht, dass die Saite bis unmittelbar davor ihre optimale Leistung behalten hat.
Gerade Spieler, die Wert auf Kontrolle, Spin und ein konstantes Spielgefühl legen, profitieren davon, die Saite regelmäßig zu wechseln, bevor sie ihre Spieleigenschaften deutlich verändert.
Wenn eine Saite beschädigt ist, starke Kerben zeigt, einzelne Saiten bereits deutlich ausgedünnt sind oder sich das Saitenbett ungewöhnlich locker anfühlt, sollte man nicht unbedingt bis zum nächsten Saitenriss warten.
Auch nach längeren Spielpausen kann es sinnvoll sein, den Zustand der Saite zu überprüfen.
Die beste Orientierung: Dein Spielgefühl !
Es gibt keine universelle Anzahl von Stunden, nach denen jede Tennissaite gewechselt werden muss.
Spielhäufigkeit, Saitentyp, Durchmesser, Spannung, Spielstil und persönliche Ansprüche machen einen Unterschied.
Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten:
„Muss ich meine Saite wechseln?“, sondern vielmehr: „Spielt meine Saite noch so, wie ich es von ihr erwarte?“
Denn eine gute Besaitung soll nicht nur möglichst lange halten. Sie soll dir über ihre gesamte Spielzeit die Eigenschaften bieten, wegen denen du dich ursprünglich für diese Saite entschieden hast.

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